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Airbnb liefert Daten an die Finanzverwaltung

Wie ich in einer Mitteilung der Servicestelle Steueraufsicht Hamburg vom 2. September 2020 gelesen habe, liefert das Vermittlungsportal Airbnb jetzt steuerlich relevante Daten deutscher Vermieter an die Finanzverwaltung. Das Unternehmen Airbnb wurde in der Mitteilung zwar nicht namentlich genannt, die Rede war aber von einem „weltweit agierenden Vermittlungsportal für Buchung und Vermittlung von Unterkünften“.

Seit Jahren bemühte sich die Finanzverwaltung im Rahmen eines internationalen Auskunftsersuchens um die Herausgabe der Daten.

Vermietungseinkünfte steuerpflichtig

Bei den Einkünften aus der Vermietung der selbstgenutzten Wohnung oder des selbstgenutzten Hauses an fremde Personen über Airbnb handelt es sich je nach Ausgestaltung um steuerpflichtige Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung oder um gewerbliche Einkünfte.

Bagatellgrenze bei Einnahmen unter 520 EUR

Nach einer Richtlinie zum Einkommensteuergesetz kann von der Besteuerung abgesehen werden, wenn die Einnahmen aus der Vermietung 520 Euro im Veranlagungszeitraum nicht übersteigen (R 21.2 Abs. 1 EStR). 

Umsatzsteuer

Die kurzfristige Vermietung oder Untervermietung von Wohnraum über Airbnb kann zu umsatzsteuerpflichtigen Umsätzen führen. Die kurzfristige Vermietung (oder Untervermietung) von Wohnraum ist nach § 4 Nr. 12 S. 2 UStG umsatzsteuerpflichtig. Retten kann unter bestimmten Voraussetzungen die Kleinunternehmerregelung des § 19 Abs. 1 UStG. Hiernach wird die Umsatzsteuer bei Umsätzen bis zu einer Freigrenze von 22.000 EUR (ab 2020) nicht erhoben. Hierbei sind die Vermietungsumsätze nicht isoliert zu betrachten, die Einkünfte aus anderen umsatzsteuerpflichtigen Sachverhalten müssen mit berücksichtigt werden.

Strafbefreiende Selbstanzeige

Für Vermieter, die Ihre Einkünfte nicht deklariert haben, ist ggfs. eine „strafbefreiende Selbstanzeige“ möglich. Eine strafbefreiende Selbstanzeige kann wirksam abgegeben werden, solange die Steuerstraftat noch nicht entdeckt ist (§ 371 Abs. 2 Nr. 2 AO). Ab wann die Steuerstraftat als entdeckt anzusehen ist, lässt sich nicht so einfach definieren. Nach meiner Erfahrung wird eine Selbstanzeige von der Finanzverwaltung akzeptiert, bis das für den einzelnen Vermieter zuständige Finanzamt Kenntnis von den Einkünften erlangt und aktiv wird.

Weitere Bestimmungen im Blick behalten

Bei der Vermietung über Airbnb müssen Sie zudem die regionalen Übernachtungssteuern und weitere Bestimmungen, zum Beispiel städtische Wohnraumschutzsatzungen im Blick behalten.